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CeBIT 2010: Intelligentes Energiemanagement für zu Hause


Mitteilung im Auftrag übermittelt. Für den Inhalt ist allein das
berichtende Unternehmen verantwortlich.



Um Energie sparen zu können, müssen Verbraucher sich zum
einen jederzeit über den Energieverbrauch ihrer Geräte informieren
und diesen zum anderen auch von unterwegs aus steuern können.
Fraunhofer-Wissenschaftler zeigen auf der CeBIT in Halle 9, Stand
B36 zwei Anwendungen, mit deren Hilfe sich der Energieverbrauch
verwalten lässt.


»Smart meter«, intelligente Geräte zur Verbrauchsmessung, sollen es
ermöglichen, auch den Stromverbrauch privater Haushalte von außen
abzulesen und zu steuern. Denn durch die zunehmende Nutzung von
Sonne und Wind wechselt das Stromangebot sehr kurzfristig. Heutige
Batterietechnik kann diese Fluktuationen im Energieangebot nicht
ausreichend abpuffern, deshalb sollten die Kunden möglichst immer
genau dann Strom verbrauchen, wenn er gerade verfügbar ist. Eine
Möglichkeit, diese Angleichung zu schaffen, sind Preisanreize: Wenn
das Angebot hoch ist, fällt der Preis und umgekehrt. Beim
kontinuierlichen Blick auf die Strompreise unterstützt künftig eine
intelligente Steuerung die Endverbrauchers.

Professor Frank Bomarius, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-
Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in
Kaiserslautern, und sein Team entwickeln zurzeit eine Software, die
hinter dem Stromzähler sitzt und dafür sorgt, dass der
Energieverbrauch entsprechend angepasst wird. »Informationen über
die erwartete Preisentwicklung in den nächsten Minuten und Stunden
kommen von außen, also vom Energieversorger, kurz EVU«, sagt der
Informatiker. Diese müssen kombiniert werden mit den Bedürfnisse und
Präferenzen des Verbrauchers. »Unser System sorgt dafür, dass die
Geräte im Haushalt gemäß dieser Vorgaben optimal gesteuert werden.«
Dabei geht es nicht einfach darum, Klimaanlage oder Waschmaschine
kurzfristig abzuschalten, wenn der Strompreis steigt. Viel
intelligenter ist es beispielsweise, Kühl- oder Gefrierschrank als
Energiespeicher zu nutzen. »Meldet das EVU, dass in zwei Stunden der
Strom knapp und teuer wird, können diese Geräte ihren Inhalt bereits
vorkühlen und so dafür sorgen, dass sie danach über längere Zeit
keinen Strom benötigen«, erklärt Bomarius. Entsprechendes gilt für
die Warmwasserbereitung oder Heizung.

Steuern lässt sich das System von einem PC, dort gibt der
Verbraucher seine Wünsche ein: Er bestimmt die Temperatur für das
Kühlen oder Heizen, nennt einen Höchstpreis, den er für die
Kilowattstunde bezahlen will, oder limitiert den maximalen
Verbrauch. Danach errechnet die Software, wann welche Geräte im
Haushalt ein- und ausgeschaltet werden. Der direkte Zugriff des
Computers auf Waschmaschine oder Heizung erfolgt über elektrische
Leitungen oder über Funk. In der Praxis wird das intelligente
Energiemanagement auf demselben Rechner laufen, der auch andere
Funktionen des Hauses steuert: Licht und Heizung, Rollläden,
Schließanlage oder die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen im
Haushalt.

2010 soll das System in Kaiserslautern in einigen Wohnungen
praktisch erprobt werden. Natürlich eignet es sich auch für große
Wohnanlagen, öffentliche Gebäude oder Geschäftshäuser. Dort ist
häufig bereits eine zentrale Haustechnik vorhanden, auf die das
Energiemanagement aufsetzt. Wie die Kommunikation mit den Versorgern
aussehen wird, darüber verhandeln die Forscher im Kaiserslauterer
Projekt mit dem lokalen EVU. »Wir wollen die Schnittstelle ganz
schmal halten«, so Bomarius, »es ist nicht einzusehen, warum mein
Energieversorger wissen und beeinflussen soll, wann ich kühle,
heize, fernsehe oder koche.«


Das Handy wird zur Schaltzentrale

Forscher des Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik
FIT in Sankt Augustin bieten eine andere hilfreiche Unterstützung:
Sie haben eine Anwendung entwickelt, die den Energieverbrauch der
einzelnen Geräte im Haushalt aufzeigt. So lassen sich die
Energiefresser im eigenen Zuhause ermitteln, und die Verbraucher
bekommen ein Gefühl dafür, welche Geräte wie viel Energie
verbrauchen, wo sich also auch viel einsparen lässt. Basis dafür ist
die vom Institut entwickelte Middleware »Hydra«, die um ein
spezielles Energieprotokoll erweitert wurde. »Mit seinem
Mobiltelefon als Anzeige- und Steuergerät kann der Bewohner den
Energieverbrauch seiner Geräte kontrollieren«, sagt Dr. Markus
Eisenhauer, der das System entwickelt. »So kann er sich
beispielsweise den Verbrauch pro Raum anzeigen lassen, Geräte ein-
und ausschalten oder Lampen dimmen.« Und es gibt noch einen
besonderen Clou: Das Kamerabild des Handys kann als »magische Linse«
benutzt werden. Dazu richtet man die Kamera auf das entsprechende
Gerät und erhält wie von Geisterhand den dazu passenden momentanen
Stromverbrauch.



Alexander Rabe/  Dr. Markus Eisenhauer
http://www.fraunhofer.de

(Quelle: ddp direct)
 
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